Mittwoch, 22. Oktober 2014

22.10.2014


Letzte Woche haben wir uns ein Auto gemietet und waren wir im Addo-Elefantennationalpark. Wirklich der Wahnsinn, wenn auf einmal ein riesen großer Elefant vor einem steht. Ich war erst etwas skeptisch, ob er unser Auto vielleicht nicht sieht und uns übertrampelt. Aber ich konnte feststellen, dass sie doch sehr friedlich und niedlich sind. Abgesehen von vielen Elefanten haben wir Warzenschweine, einen Wolfshund, Schildkröten, verschiedene Vogelarten und Zebras gesehen.
Wir haben an diesem Tag auch unsere erste Erfahrung damit gemacht auf der linken Seite zu fahren, was ganz gut funktioniert hat!
An einem anderen Tag haben wir an einer geführten Tour durch Port Elizabeth und den Townships teilgenommen. Wir hatten die Befürchtung, dass der Teil in den Townships irgendwas von einem Zoobesuch haben könnte, denn es ist ja schon komisch mit einem Auto durch diese Gebiete zu fahren und sich diese als Weiße anzuschauen. Unser Befürchtung hat sich jedoch nicht bestätigt, eigentlich hatte man das Gefühl kaum aufzufallen. Unser Wissenshorizont wurde an diesem Tag um einiges bereichert. In der Alltagssprache benutzt man den Begriff Township in der Regel, wenn man über eine arme Gegend spricht. Dass der Begriff Township jedoch einfach eine Gegend, in der schwarze Menschen leben, egal wie reich oder arm sie sind, bezeichnet, wussten wir nicht. Wir haben also nicht nur Gegenden mit Wellblechhütten gesehen, sondern auch Villen, in denen sehr wohlhabende Menschen wohnen.
Ein nicht sehr schönes Gefühl überkommt einen, wenn man sieht, wie Menschen einen ganzen Kuhkopf an einem Straßenstand kochen. Im Vordergrund steht aber wohl, dass dies für sie eine Möglichkeit ist, sich zu ernähren.
Die typischen Häuser in den armen Townships sind die „Nelson Mandela-Häuser“. Nelson Mandela hatte zu seiner Zeit die Idee Häuser für die Armen zu bauen. Sicherlich ist es keine schlechte Idee, wenn eine Regierung den Armen Häuser schenkt. Trotzdem ist es die Frage, inwiefern es gut ist, dafür Menschen zu befehlen, dass sie ihre Hütten verlassen müssen und sie letztendlich umgesiedelt werden (oder selbst einen neuen Platz finden müssen, an dem sie eine Hütte bauen können?), damit auf diesen Grundstücken ein Haus für jemand anderes gebaut werden kann. Die Menschen haben die Möglichkeit sich für ein Haus zu bewerben und warten in der Regel anschließend viele Jahre darauf ein Haus zu bekommen. Wenn sie eins bekommen haben, müssen sie nur Wasser und Elektrizität bezahlen, nach 10 Jahren dürfen sie, wenn sie möchten, das Haus weiter verkaufen. Ich gehe aber mal davon aus, dass das sehr wenige Menschen tun.
Morgen führt uns unsere Reise über die Garden Route weiter nach Kapstadt. Es ist wirklich schade diesen wunderschönen Ort hier zu verlassen, aber so langsam steigt die Vorfreude auf die Reise.
Wir haben hier im Garten noch sehr viel gearbeitet und man sieht allerhand Veränderungen im Garten. Schade, dass wir kein Vorher-/Nachherfoto gemacht haben. Dann könnten wir euch zeigen was wir so geleistet haben :)
Achja; ein sehr interessantes Erlebnis: Wir standen in einem Feld voller Kuhscheiße. Hiermit meinen wir nicht eine Wiese auf der etwas Kuhscheiße liegt, sondern ein ganzes Feld voller Kuhscheiße circa einen halben Meter hoch. Wir haben eine Menge Kuhscheiße auf einen Jeep geschaufelt, um sie als Dünger im Garten zu verwenden.

Addo - Nationalpark
Addo - Nationalpark
Unser Komposthaufen
Kuhscheiße
Nelson Mandela Häuser


Sichtschutz vor dem Kompost: made by Jonathan


Permaculture - Garden


Neles Brotback-Workshop

2 Kommentare:

  1. Ich wünsche Euch weiterhin alles Gute! Tolle Bilder und eindrucksvolle Bericht.

    LG aus dem naßkalten Verne,
    Christian

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  2. Hallo Ihr Reisenden,
    vielen Dank dafür, dass wir durch eure Berichte und Bilder dabei sein dürfen! Sehr beeindruckend! Ich wünsche euch weiterhin tolle Erfahrungen, nette Begegnungen - die kulturellen Eindrücke und Erlebnisse, die nicht der europäischen ähneln, gehören dazu - und für die nächste Station einen guten Start.
    Viele Grüße aus Bremen
    von Anke


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