Mittwoch, 24. September 2014

24.09.2014

Die erste Woche in Johannesburg, genauer gesagt in der Vorstadt Randburg, ist schnell vorüber gegangen. Nachdem Jonathan 1,5 Tage im Bett verbracht hat, ist er nun auch wieder richtig fit und kann fleißig mit arbeiten. In den letzten Tagen haben wir bspw. alte Wasserkanister aufgeschnitten, um sie mit Erde zu befüllen, eine große Ecke mit alten Fliesen sauber gemacht, ein Abwassersystem für eine Dusche im Garten „gebaut“, an einem Mosaikfußboden weiter gebastelt und die Straße von Blättern, die bei einem überraschendem Unwetter runterkamen, befreit. Als wir nämlich letzte Woche abends grillen wollten, fing es auf einmal heftig an zu stürmen und zu hageln.






Für die Arbeit bekommen wir Unterkunft und Verpflegung. Wir wohnen in einer kleinen Cottage („Hütte“) mit Badezimmer, Schlafzimmer und Wohnzimmer/Küche. Auf dem Dachboden laufen Ratten rum, die ordentlich Krach machen und scheinbar da oben sehr viel Spaß haben. Aber gut, man gewöhnt sich dran :) Und so lange sie nur dort oben sind und nicht in unserer Wohnung, stört uns das nicht. Abends kocht in der Regel Hanneke, ihr Essen ist einfach super lecker! Während des Essens erzählt sie Geschichten aus ihrem Leben, die immer sehr interessant sind.
Am Sonntag und Montag hatten wir frei. Beide Tage haben wir in Johannesburg verbracht. Am Sonntag sind wir das erste Mal mit einem Taxi-Bus gefahren. Wir wollten zum Bahnhof, um uns dort ein Zugticket nach Port Elizabeth (das liegt im Süden von Südafrika, am Meer) zu kaufen. Blöder Weise sind wir etwas zu früh ausgestiegen und in eine ungemütliche Gegend geraten. Wir wurden von vielen Schwarzen, die dort überwiegend betteln, komisch angeguckt und haben zugesehen schnell wegzukommen. Ein Zugticket haben wir leider nicht bekommen, weil der Zug schon ausgebucht ist. Also fahren wir eben mit dem Bus. Anschließend wollten wir uns auf den Weg zum Apartheidmuseum machen. Unser Plan war es dorthin mit einem Taxi-Bus zu fahren. Nachdem uns aber die Sicherheitsleute am Bahnhof und ein Polizist gesagt haben, dass wir als Weiße auf keinen Fall zum Taxi-Bus-Stand laufen sollen, haben wir uns mal lieber daran gehalten und sind mit einem richtigen Taxi gefahren, da es scheinbar keine andere Möglichkeit gab den Platz sicher zu verlassen.
Schon am Eingang des Apartheidmuseums kehrt man zurück in das System, da man, abhängig von seiner Eintrittskarte, in den Eingang für Weiße oder Nicht-Weiße geht. Das Museum greift die Geschichte vor der Apartheid auf, natürlich die Zeit währenddessen und die aktuelle Zeit. Ein großer Teil ist außerdem Nelson Mandela gewidmet. Seine Biografie haben wir uns dort gekauft, sie wird uns sicherlich noch einiges lehren.




Da uns die Zeit am Bahnhof sehr viel Zeit gekostet hat, war es leider auch schon fast abends, als wir aus dem Museum kamen, sodass wir nach Hause fuhren.
Montagmorgen machten wir uns mit neuer Energie auf den Weg zum Constitutionhill, ein ehemaliges Gefängnis für Weiße und Schwarze. Ghandi war dort inhaftiert und Nelson Mandela musste dort 2 mal seine Zeit absitzen, jedoch im Teil der Weißen, um die Schwarzen nicht auf „dumme“ Gedanken zu bringen. Wir hatten Glück an der letzten Führung des Tages teilzunehmen, da das alte Gefängnis leider an diesem Tag verfrüht schloss. Die Führung war sehr gut, auch wenn es sehr hart war, zu hören, was mit manch einem Menschen in diesem Gefängnis geschehen ist. Man kann es nicht fassen, dass bspw. ein Teil des Gefängnis „Hospital“ (Krankenhaus) genannt wurde, obwohl die Gefangenen in diesem Bereich ausschließlich Strafen, Schläge, bekommen haben. Das einzige Medizinische war wohl dabei, dass ein Arzt anwesend sein musste.
Grausam ist es, dass man sich wohl darüber bewusst sein muss, dass manche Dinge, die in einem Land Geschichte sind, in anderen Ländern nach wie vor existieren. Hiermit meine ich die Umstände der Gefängnisse. Weiterhin fragt man sich natürlich inwiefern immer noch Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen bestehen. Ja, es fahren kaum Weiße mit einem Taxi-Bus, laut Hanneke liegt es daran, dass die meisten Weißen einfach mehr Geld haben, also haben sie es nicht nötig, mit einem Taxi-Bus zu fahren. Bisher haben wir unter den bettelnden Menschen fast nur Schwarze gesehen und auch Jobs, wie bspw. Reinigungskräfte oder körperlich harte Arbeiten, werden vielleicht eher von Schwarzen ausgeführt. Das ist natürlich keine statistische Aussage, sondern die Aussage basiert nur auf unser bisher Erlebtes.




Nach dem Constitutionhill sind wir mit dem Zug nach Sandton gefahren. Als wir auf der Suche nach der Innenstadt waren, musste wir feststellen, dass sich die ganze „Innenstadt“ in einer Mall (Einkaufszentrum) befindet. Sehr interessant! Das Beste war an diesem Ausflug, dass wir ein weiteres Hard Rock Café besucht haben, worüber Jonathan natürlich sehr glücklich war :)



Falls jemand mal anrufen möchte, ist das hier unsere südafrikanische Handynummer: 
+27 711694453
Neles deutsche Handynummer funktioniert nach wie vor für SMS und WhatsApp gibt es über folgende Nummer: +49 174 8183918 Also alles verfügbar in der großen weiten Welt!

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