Die
erste Woche in Johannesburg, genauer gesagt in der Vorstadt Randburg,
ist schnell vorüber gegangen. Nachdem Jonathan 1,5 Tage im Bett
verbracht hat, ist er nun auch wieder richtig fit und kann fleißig
mit arbeiten. In den letzten Tagen haben wir bspw. alte
Wasserkanister aufgeschnitten, um sie mit Erde zu befüllen, eine
große Ecke mit alten Fliesen sauber gemacht, ein Abwassersystem für
eine Dusche im Garten „gebaut“, an einem Mosaikfußboden weiter
gebastelt und die Straße von Blättern, die bei einem überraschendem
Unwetter runterkamen, befreit. Als wir nämlich letzte Woche abends
grillen wollten, fing es auf einmal heftig an zu stürmen und zu
hageln.
Für
die Arbeit bekommen wir Unterkunft und Verpflegung. Wir wohnen in
einer kleinen Cottage („Hütte“) mit Badezimmer, Schlafzimmer und
Wohnzimmer/Küche. Auf dem Dachboden laufen Ratten rum, die
ordentlich Krach machen und scheinbar da oben sehr viel Spaß haben.
Aber gut, man gewöhnt sich dran :) Und so lange sie nur dort oben
sind und nicht in unserer Wohnung, stört uns das nicht. Abends kocht
in der Regel Hanneke, ihr Essen ist einfach super lecker! Während
des Essens erzählt sie Geschichten aus ihrem Leben, die immer sehr
interessant sind.
Am
Sonntag und Montag hatten wir frei. Beide Tage haben wir in
Johannesburg verbracht. Am Sonntag sind wir das erste Mal mit einem
Taxi-Bus gefahren. Wir wollten zum Bahnhof, um uns dort ein Zugticket
nach Port Elizabeth (das liegt im Süden von Südafrika, am Meer) zu
kaufen. Blöder Weise sind wir etwas zu früh ausgestiegen und in
eine ungemütliche Gegend geraten. Wir wurden von vielen Schwarzen,
die dort überwiegend betteln, komisch angeguckt und haben zugesehen
schnell wegzukommen. Ein Zugticket haben wir leider nicht bekommen,
weil der Zug schon ausgebucht ist. Also fahren wir eben mit dem Bus.
Anschließend wollten wir uns auf den Weg zum Apartheidmuseum machen.
Unser Plan war es dorthin mit einem Taxi-Bus zu fahren. Nachdem uns
aber die Sicherheitsleute am Bahnhof und ein Polizist gesagt haben,
dass wir als Weiße auf keinen Fall zum Taxi-Bus-Stand laufen sollen,
haben wir uns mal lieber daran gehalten und sind mit einem richtigen
Taxi gefahren, da es scheinbar keine andere Möglichkeit gab den
Platz sicher zu verlassen.
Schon
am Eingang des Apartheidmuseums kehrt man zurück in das System, da
man, abhängig von seiner Eintrittskarte, in den Eingang für Weiße
oder Nicht-Weiße geht. Das Museum greift die Geschichte vor der
Apartheid auf, natürlich die Zeit währenddessen und die aktuelle
Zeit. Ein großer Teil ist außerdem Nelson Mandela gewidmet. Seine
Biografie haben wir uns dort gekauft, sie wird uns sicherlich noch
einiges lehren.
Da
uns die Zeit am Bahnhof sehr viel Zeit gekostet hat, war es leider
auch schon fast abends, als wir aus dem Museum kamen, sodass wir nach
Hause fuhren.
Montagmorgen
machten wir uns mit neuer Energie auf den Weg zum Constitutionhill,
ein ehemaliges Gefängnis für Weiße und Schwarze. Ghandi war dort
inhaftiert und Nelson Mandela musste dort 2 mal seine Zeit absitzen,
jedoch im Teil der Weißen, um die Schwarzen nicht auf „dumme“
Gedanken zu bringen. Wir hatten Glück an der letzten Führung des
Tages teilzunehmen, da das alte Gefängnis leider an diesem Tag
verfrüht schloss. Die Führung war sehr gut, auch wenn es sehr hart
war, zu hören, was mit manch einem Menschen in diesem Gefängnis
geschehen ist. Man kann es nicht fassen, dass bspw. ein Teil des
Gefängnis „Hospital“ (Krankenhaus) genannt wurde, obwohl die
Gefangenen in diesem Bereich ausschließlich Strafen, Schläge,
bekommen haben. Das einzige Medizinische war wohl dabei, dass ein
Arzt anwesend sein musste.
Grausam
ist es, dass man sich wohl darüber bewusst sein muss, dass manche
Dinge, die in einem Land Geschichte sind, in anderen Ländern nach
wie vor existieren. Hiermit meine ich die Umstände der Gefängnisse.
Weiterhin fragt man sich natürlich inwiefern immer noch Unterschiede
zwischen Schwarzen und Weißen bestehen. Ja, es fahren kaum Weiße
mit einem Taxi-Bus, laut Hanneke liegt es daran, dass die meisten
Weißen einfach mehr Geld haben, also haben sie es nicht nötig, mit
einem Taxi-Bus zu fahren. Bisher haben wir unter den bettelnden
Menschen fast nur Schwarze gesehen und auch Jobs, wie bspw.
Reinigungskräfte oder körperlich harte Arbeiten, werden vielleicht
eher von Schwarzen ausgeführt. Das ist natürlich keine statistische
Aussage, sondern die Aussage basiert nur auf unser bisher Erlebtes.
Nach
dem Constitutionhill sind wir mit dem Zug nach Sandton gefahren. Als
wir auf der Suche nach der Innenstadt waren, musste wir feststellen,
dass sich die ganze „Innenstadt“ in einer Mall (Einkaufszentrum)
befindet. Sehr interessant! Das Beste war an diesem Ausflug, dass wir
ein weiteres Hard Rock Café besucht haben, worüber Jonathan
natürlich sehr glücklich war :)
Falls
jemand mal anrufen möchte, ist das hier unsere südafrikanische
Handynummer:
+27 711694453
+27 711694453
Neles
deutsche Handynummer funktioniert nach wie vor für SMS und WhatsApp
gibt es über folgende Nummer: +49 174 8183918 Also alles verfügbar
in der großen weiten Welt!
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